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Zurück aus Sierra Leone: Was wir gebaut haben – und was uns bleibt

Der Abschlussbericht unserer dritten Bildungsreise. Von Philipp Herzberg.

Begegnung in Sierra Leone

„Wir reisen nicht als Touristen. Und wir reisen erst recht nicht als Retter. Wir reisen als Lernende und als Partner.” Jetzt, nach unserer Rückkehr, kann ich sagen: Diese Worte haben sich bewährt – nicht als Versprechen, sondern als Beschreibung dessen, was wirklich passiert ist.

26 Menschen sind gemeinsam nach Sierra Leone gereist. Lehrer, Schüler, Eltern. Und jeder Einzelne von uns ist verändert zurückgekehrt.

Makoma: Das Schweigen nach den Trommeln

Unsere erste Nacht in Makoma werde ich nicht vergessen. Das Dorf hatte noch nie weiße Besucher empfangen. Mit Trommeln und Tänzen wurden wir die Hauptstraße entlanggeführt. Als die Nacht hereinbrach, spielten die Trommler Rhythmen, die direkt in Trance führten. Das ganze Dorf war auf den Beinen. Kinder, die anfangs noch scheu waren, strahlten vor Freude über einen einzigen Fußball, den wir mitgebracht hatten. Seit über einem Jahr hatte es dort keinen Ball gegeben.

Mamoru: Der Beweis, dass es funktioniert

In Mamoru steht eine Grundschule mit fünf Klassenzimmern. Dort sitzen keine Kinder mehr auf dem Steinboden einer umfunktionierten Kirche. Dort unterrichtet kein Lehrer drei Klassen gleichzeitig an drei verschiedenen Wänden eines einzigen dunklen Raums. Das ist möglich, weil Juliet Fornah seit 2017 dafür gekämpft hat. Dank der AcadeMedia Education GmbH konnten wir solide Möbel übergeben und die Gehälter von fünf Lehrkräften für ein ganzes Jahr im Voraus sichern.

Mafabaneh: Ein Grundstein und eine Versöhnung

In Mafabaneh, Yonis Heimatdorf, warteten 2.000 fertige Lehmziegel auf uns. Wir haben gemeinsam den Grundstein gelegt und die ersten Mauern hochgezogen. Was dabei kaum in Worte zu fassen ist: Dieses Schulprojekt hat einen fast 80 Jahre alten Grenzstreit mit dem Nachbardorf Magbashai beigelegt. Eine Schule als Friedensvertrag.

Diplomatie im Hintergrund

In Freetown durften wir sowohl die Tourismusministerin von Sierra Leone, Frau Nabeela Farida Tunis, als auch den deutschen Botschafter, Herrn Dr. Pascal Richter, treffen. Beide würdigten unseren Ansatz: Kein Resort-Tourismus, sondern echtes Eintauchen und Partnerschaft auf Augenhöhe.

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